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 TSV Emmelshausen
09.04.18 12:00 Alter: 169 Tage

Aufregung pur bis nach dem Schlusspfiff …

 

Eine an Dramatik, Hektik und Spannung nicht zu überbietende Rheinlandligapartie ging am Samstagnachmittag in Betzdorf beim torreichen 4:4 (3:0) über die Bühne. Das Spiel bot alles, was man sich von einem Fußballspiel wünschen kann und auch etwas, was gar nicht geht. Doch der Reihe nach.

 

Auf einem Kartoffelacker, anders kann man die angeblich von der Fa. EUROGREEN hergerichtete Spielfläche nicht nennen, entwickelte sich von Beginn an eine Partie, die einen unglaublichen Verlauf nahm. Nach einer Ecke der Gastgeber schaffte es die gewohnt kopfballstarke Defensive des TSV nicht, den Ball aus der Gefahrenzone zu bringen und wurde aus kurzer Distanz mit dem 1:0 bestraft. So weit, so gut, es waren ja noch 88 Minuten zu spielen. Keine fünf Minuten später fand ein durchgesteckter Ball den Goalgetter der SG, der an der aufgerückten TSV-Defensive vorbei zielstrebig Richtung Strafraum stürmte und den Ball am herauseilenden TSV-Torwart gerade noch vorbeispitzelte. Verdutzte Gesichter, ungläubiges Kopfschütteln und Aufmunterungsrufe waren die Folge. An der Spielweise änderte sich zunächst nichts, da man einfach nicht gewillt war, den Ball nach vorne zu dreschen und auf den lieben Gott zu hoffen. Die SG praktizierte dies vorbildlich und fand, wie erlebt, bei diesen Aktionen einen Abnehmer, wie das unmittelbar folgende 3:0 zeigte. Ein Debakel schien sich für uns anzubahnen, wenn die äußeren Bedingungen nicht schleunigst angenommen würden. Kombinationen von hinten heraus waren einfach nicht möglich. Das Spielgeschehen verlagerte sich dennoch deutlich in die SG-Hälfte, bis auf eine klare Torchance sprang dabei allerdings nichts Zählbares heraus.

 

Nach der Pause setzte sich die Feldüberlegenheit des TSV fort, bis Marcel Christ endlich der Anschluss gelang. Zuvor hatte der TSV noch einen Elfer versemmelt, da der Ball am ominösen Punkt nicht so richtig ruhen wollte. Die SG fand nun nicht mehr statt, jede Gelegenheit zur Spielunterbrechung wurde genutzt, da kein Auswechselspieler zur Verfügung stand und die auf dem Feld stehenden Mannen bravourös alles investiert hatten. Der Druck wuchs nun zusehends und Ufuk Kurt war es vorbehalten auf 3:2 zu verkürzen. Zwanzig Minuten blieben noch, um eine im Grunde verlorene Partie zu drehen. Dann sollte etwa 10 Minuten vor Spielende aus TSV-Sicht der endgültige Todesstoß folgen. Einer der ganz wenigen Angriffe der SG in der 2. Spielhälfte führte zu einem Elfmeter, dem zunächst ein ungeahndetes, klares Foul der Gastgeber voraus ging. Torjäger Scherreicks ließ sich nicht lange bitten und vollstreckte den abgewehrten Strafstoß im zweiten Versuch. 4:2, das sollte es dann gewesen sein.

 

Wo unser Team dann die Moral hernahm auf der holprigen Wiese noch mal alles zu investieren, nötigt großen Respekt ab. Kevin Edelmann, der enorm rackerte, belohnte sich dann in der 89. Minute mit seinen ersten TSV-Treffer. 5 Minuten Nachspielzeit wurden dann angezeigt, die mehr als angebracht waren. Die SG wurde nun förmlich im eigenen Strafraum festgenagelt und sehnte den Abpfiff herbei. Ein Handspiel im Strafraum ließ dem Schiedsrichter dann keine Wahl. Ufuk Kurt verwandelte eiskalt zum nicht mehr möglich gehaltenen 4:4 Endstand.

Ein Riesenkompliment an die Mannschaft für ihre Moral und ihren Kampfgeist, der dann auch belohnt wurde.

 

Was man sich gar nicht wünscht, folgte nach dem Spiel, als ein Betzdorfer Spieler einen unserer Jungs aufs Übelste rassistisch beleidigte. Dass Luca Wolf daraufhin kurz die Fassung verlor und dem Wortführer ein paar Wassertropfen überspritzte, war nur zu verständlich. Leider ahndete der Unparteiische diese unsportliche Aktion mit der roten Karte. Die deutlich gravierendere, vorherige üble Beleidigung blieb folgenlos, da der Schiedsrichter davon nichts mitbekommen hatte. So endete ein turbulentes, verrücktes Spiel nicht mit einem Wunschergebnis, aber mit einem blauen Auge und einem nicht zu entschuldigenden verbalen Ausraster.